Weinwissen für Einsteiger – die Säure eines Weins
Ob fruchtig-frisch oder elegant und komplex – die Säure macht den Weißwein lebendig. Sie ist das spritzige Gegengewicht zur Süße, sorgt für Struktur und beeinflusst sogar, wie gut ein Wein reift. Doch was steckt eigentlich dahinter? Und wie kannst du Säure beim Weintasting zu Hause ganz einfach selbst erkennen?
1. Warum Säure im Weißwein so wichtig ist
Säure ist wie das Rückgrat eines Weißweins. Sie bringt Frische, Struktur und – ganz wichtig – Balance. Ohne sie schmeckt ein Wein schnell flach oder pappig süß. Besonders spannend: Säure verrät auch viel über Stil, Herkunft und Rebsorte.
Wenn du bei deiner nächsten Weinprobe für zu Hause verstehst, wie Säure funktioniert, öffnet das eine ganz neue Dimension des Genießens. Also: Lass uns eintauchen!
2. Woher kommt die Säure im Weißwein?
Primäre Säuren: Direkt aus der Traube
- Weinsäure: Fast nur in Weintrauben zu finden. Mild, stabil und hauptverantwortlich für das frische Mundgefühl.
- Äpfelsäure: Etwas spitzer, erinnert an grüne Äpfel. Ist bei frühen Traubenlesen besonders präsent – bei Reife nimmt sie ab.
- Zitronensäure: Nur in winzigen Mengen vorhanden – für den Geschmack kaum relevant.
Sekundäre Säuren: Entstehen bei der Weinbereitung
- Milchsäure: Entsteht, wenn Apfelsäure durch sogenannte malolaktische Gärung abgebaut wird. Das macht den Wein weicher.
- Essigsäure: Ein Nebenprodukt der Gärung. Zu viel davon gilt als Weinfehler.
- Bernsteinsäure: Hinterlässt eine leicht salzige, bittere Note – eher eine Randerscheinung.
3. Wie Winzer die Säure gezielt beeinflussen
Säure ist kein Zufallsprodukt – Winzer können sie gezielt steuern. Und genau das macht jede Flasche so spannend.
Im Weinberg:
- Lesezeitpunkt: Früh geerntet = mehr Säure. Spät gelesen = weniger Säure, mehr Reife.
- Rebsorte: Riesling & Sauvignon Blanc haben von Natur aus mehr Säure. Burgundersorten sind eher mild.
- Klima & Jahrgang: Kühle Regionen bringen mehr Frische. In heißen Jahren wird Säure schneller abgebaut.
Im Weinkeller:
- Biologischer Säureabbau: Apfelsäure wird zu Milchsäure – das mildert die spitze Säure.
- Entsäuerung: Übertechniken wie Doppelsalzentsäuerung kann überschüssige Säure reduziert werden.
- Säureanreicherung: In Ausnahmefällen wird Weinsäure zugegeben, um die Frische zu erhalten.
4. So erkennst du Säure beim Weintasting zu Hause
Keine Sorge – du brauchst keine Ausbildung als Sommelier, um Säure zu erkennen. Ein paar einfache Tricks helfen dir weiter:
- Speichelfluss: Ein deutliches Zeichen für Säure! Wenn es im Mund „wässert“, ist sie da.
- Mundgefühl: Säure fühlt sich frisch und prickelnd an – besonders an den Zungenrändern.
- Zitronensaft-Trick: Ein kleiner Tropfen Zitrone auf der Zunge schärft deine Wahrnehmung für säurebetonte Weine.
Am besten schmeckst du den Unterschied direkt mit einem kleinen Weintasting Set: zum Beispiel ein frischer Riesling neben einem buttrig-weichen Chardonnay. Du wirst staunen, wie unterschiedlich Säure wirken kann!
5. Fazit: Säure = Frische + Tiefe + Stilgefühl
Säure ist kein Randthema, sondern ein zentrales Qualitätsmerkmal im Weißwein. Sie bringt Spannung, Struktur und beeinflusst, wie wir einen Wein wahrnehmen. Wer sie erkennt und versteht, hat einen großen Schritt auf dem Weg zur Weinkennerin gemacht.
Noch ein Tipp:
Bei vinodo findest du eine interaktive Einstiegsprobe, bei der du die Säure von Weißweinen lernst selbst zu erschmecken – entspannt geführt durch die vinodo App. Ideal, wenn du Säure, Süße und Aroma besser verstehen willst – mit Familie oder Freunden bei einer Weinprobe für zu Hause.