Weinwissen für Einsteiger – die Süße eines Weins
Ob du gerade erst anfängst, dich mit Wein zu beschäftigen, oder schon einige Tastings hinter dir hast – die Süße im Wein ist ein faszinierender Einstieg, um deinen eigenen Geschmack zu entdecken. Warum? Weil süße Weine oft besonders zugänglich und charmant sind. Sie erinnern uns an reife Früchte, Desserts oder Kindheitserinnerungen.
In diesem Beitrag erfährst du, woher die Süße im Wein eigentlich kommt, wie Winzer sie beeinflussen können und wie du sie beim Weintasting zu Hause ganz leicht erkennst.
1. Warum ist Süße im Wein so spannend?
Süße ist mehr als nur „süß“. Sie beeinflusst, wie ein Wein wirkt – ob verspielt, opulent oder weich. Besonders für Einsteiger ist das ein toller Zugang: Süße Weine schmeicheln dem Gaumen, wirken „freundlich“ und unkompliziert. Außerdem ist die Süße Ausdruck der Winzerkunst – sie verrät viel über Stil und Philosophie eines Weins.
2. Woher kommt die Süße im Wein?
Die Basis für die Süße ist Zucker – genauer gesagt: Glukose und Fruktose, die durch Photosynthese in der Traube entstehen. Während der Gärung wandeln Hefen diesen Zucker in Alkohol um. Was übrig bleibt, nennt man Restzucker – und der bestimmt, wie süß ein Wein am Ende schmeckt.
Weinwissen für Nerds: Im Wein sind zwei Zuckerarten: Fruktose und Glucose. Fruktose wird bei der Gärung erst vorgoren und schmeckt süßer als Glukose – deshalb bleibt bei gestoppter Gärung oft ein besonders süßer Eindruck zurück.
3. Wie Winzer die Süße im Weinberg steuern
Die Natur spielt beim Thema Süße eine große Rolle – und Winzer haben einige Stellschrauben, mit denen sie gezielt eingreifen können:
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Lesezeitpunkt: Früh geerntet = weniger Zucker = trockener Wein. Spät gelesen = mehr Zucker = süßer Wein.
- Botrytis (Edelfäule): Fördert durch Wasserverlust konzentrierten Zucker, z. B. bei edelsüßen Weinen wie Sauternes oder Trockenbeerenauslese.
- Rosinierung: Getrocknete Trauben (z. B. Amarone oder Strohwein) speichern mehr Zucker.
- Rebsorte & Lage: Aromatische Sorten oder sonnige Hanglagen bringen von Natur aus mehr (subjektive) Süße.
4. Wie Kellertechnik die Süße beeinflusst
Auch im Weinkeller können Winzer die Süße bewusst gestalten – hier wird’s richtig spannend:
- Gärung stoppen: Durch Kälte, Schwefel oder Filtration – so bleibt mehr Restzucker erhalten.
- Süßreserve: Unvergorener Traubenmost wird nachträglich hinzugegeben – das hebt die Süße an.
- Aufspritung: Z. B. bei Portwein – durch Zugabe von Alkohol wird die Gärung gestoppt.
- Hefelagerung begrenzen: Weniger Hefekontakt = weniger Vergärung.
- Filtration & Stabilisierung: Wichtig bei süßen Weinen, damit der Zucker nicht später wieder zu gären beginnt.
5. So schmeckst du Süße im Wein – Tasting-Tipps für Zuhause
Beim Weintasting zu Hause kannst du Süße ganz einfach selbst erschmecken – hier ein paar Tricks:
- Zungenspitze-Test: Süße spürst du ganz vorne auf der Zunge – weich, fast wie Honig.
- Vergleich macht klug: Probier einen trockenen und einen süßen Wein im direkten Vergleich.
- Klebrigkeit: Süße Weine hinterlassen einen leicht „schmierenden“ Film auf Lippen und Gaumen.
- Nachhall: Süße bleibt oft länger präsent als Säure oder Bitterstoffe.
6. Fazit: Süße = Naturtalent + Winzerkunst
Die Süße im Wein entsteht nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis aus Natur, Handwerk und Stilgefühl. Und sie ist der perfekte Einstieg für dein eigenes Weintasting zu Hause. Probier dich aus, vergleiche, entdecke! Du wirst sehen: Je mehr du dich damit beschäftigst, desto feiner wird dein Geschmack – und desto mehr Spaß macht jede neue Weinverkostung.
Noch ein Tipp:
Bei vinodo findest du eine interaktive Einstiegsprobe, bei der du genau solche Unterschiede erschmecken kannst – entspannt geführt durch die vinodo App. Ideal, wenn du Süße, Säure und Aroma besser verstehen willst – mit Familie oder Freunden bei einer Weinprobe für zu Hause.